Atommüll-Lagerung - Weltweit ungelöst!

Hochradioaktiver Atommüll - Anfall abgebrannter Brennelemente

Bis zum 31.12.2007 sind durch den Betrieb von Atomkraftwerken insgesamt rund 12.100 Tonnen hochradioaktiver bestrahlter Brennelemente angefallen. Davon sind bis 2005 insgesamt rund 6.230 Tonnen zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich (La Hague) und Großbritannien (Sellafield) transportiert worden. Seit dem 30.6.2005 ist die Wiederaufarbeitung kein zulässiger Entsorgungsweg mehr. Allerdings sind die Abfälle, die aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente resultieren, von den Betreibern bzw. der Bundesrepublik zurück zu nehmen. Bis zum Jahr 2021 werden basierend auf dem sogenannten Atom-Konsens und dem im Atomgesetz fixierten Ausstieg aus der Atomenergie noch rund 5.100 Tonnen hochradioaktiver Brennelemente anfallen. Insgesamt sind das dann rund 17.200 Tonnen, von denen insgesamt 10.557 Tonnen für die sogenannte direkte Endlagerung vorgesehen sind.

Ein Endlager für diese hochradioaktiven Abfälle gibt es bis heute weltweit nicht. Aufgrund der zum Teil extrem langen Halbwertzeiten und der enorm hohen radioaktiven Strahlung muss sichergestellt werden, dass diese Abfälle für den unvorstellbaren Zeitraum von über eine Millionen Jahre vollständig von der Umwelt isoliert werden muss.

Neben den sogenannten hochradioaktiven HAW-Glaskokillen, die im Dezentralen Zwischenlager Gorleben aufbewahrt werden, fallen größere Menge mittelaktiver Atomabfälle an. Deren Lagerung soll ab ca. 2011 in Ahaus beginnen.

Zwischenlager Gorleben – Hochradioaktiver Abfall aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich

Am 5. November 2010 starten im französischen La Hague 11 Behälter mit hochradioaktiven Glaskokillen mit dem Ziel Transport-Behälter-Lager Gorleben (TBL-G).Genehmigt ist ein Transport der Behälter-Typen HAW 28M und TN85. Im November 2008 kam erstmals der Behältertyp TN 85 der französischen Firma TN International zum Einsatz. Der TN 85 ist erforderlich, weil die jetzt angelieferten HAW-Kokillen aufgrund des stärkeren Abbrands der Brennelemente, aus deren Atommüll die Kokillen gefertigt wurden, heißer als die bisher in HAW 28-Behältern ins Zwischenlager Gorleben angelieferten Abfälle sind.

1983 genehmigt, wurden erstmals 1995 Castorbehälter in Gorleben eingelagert. Laut Bundesamt für Strahlenschutz lagern derzeit bereits 75 Transport- und Lagerbehälter mit jeweils darin befindlichen 28 HAW-Glaskokillen aus La Hague im Zwischenlager Gorleben. Insgesamt also 2100 solcher Kokillen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in La Hague, Frankreich.  Fünf weitere Behälter mit insgesamt 36 Tonnen hochradioaktiver Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken lagern außerdem dort; insgesamt also 80 Behälter.

Derzeit dürfen in Gorleben bis zu maximal 3.800 tSM (Tonnen Schwermetall) eingelagert werden, die auf maximal 420 Stellplätze verteilt werden können.

Zwischenlager Ahaus - Mittelaktive Abfälle (MAW) aus der WAA, Frankreich

Mittelaktive Abfälle aus La Hague gehen nach Ahaus: Insgesamt 5.300 solcher verpresster Abfallgebinde werden in Behältern zu je 36 Gebinden (Großbehälter TGC36, BfS) verpackt. Ab 2011 sollen nach derzeitiger Planung diese Atomabfälle in ca. 150 Behältern verpackt nach Ahaus starten.