Bunker Fuels
Internationale Logistiker sollen für ihre Treibhausgas-Emissionen zahlen!
Der Treibstoff der internationalen Luft- und Seeschifffahrt wird als "Bunker Fuels" bezeichnet. Der Name leitet sich von den Kohle-Bunkern aus der Zeit der Dampfschifffahrt ab. Die Verbrennung von Schweröl in der Hochseeschifffahrt kommt einer Müllverbrennung auf See gleich und setzt große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid sowie Ruß frei. Fliegen ist die energieintensivste Form der Mobilität. Obwohl nur von einem Bruchteil der Weltbevölkerung genutzt, trägt allein der Flugverkehr nach UN-Schätzungen bereits heute mehr als fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei. Trotzdem werden die Transportunternehmen bisher von allen nationalen und internationalen Klimaschutzverpflichtungen verschont.
Artikel 2.2 des Kyoto-Protokolls fordert die internationale Schifffahrtsorganisation IMO und ihr Pendant in der Luftfahrt, ICAO, auf, die Emissionen zu senken. IMO und ICAO haben sich als verlängerter Arm der globalen Logistikkonzerne erwiesen. Besonders die Luftfahrtindustrie ist ein Lobbyist mit großem Einfluss auf die Regierungen der Industrienationen. Seit den Klimaverhandlungen von Kyoto haben sich die Treibhausgas-Emissionen aus dem internationalen Schiffsverkehr verdoppelt. Die Treibhausgas-Emissionen der internationalen Luftfahrt sind um fünfzig Prozent gestiegen. Wenn nur die Emissionen des Flugverkehrs weiterhin um drei bis fünf Prozent jährlich zunehmen, werden sie das Zwei-Grad-Ziel und damit den weltweiten Klimaschutz zunichte machen.
Am Beispiel der Bunker Fuels lassen sich viele Aspekte von Klima(un)gerechtigkeit verdeutlichen:
- Konsum: Fliegen ist ein extremes Beispiel für einen ressourcenverschleudernden und klimabelastenden Lebensstil.
- Lobbyismus: Die internationationale Lobby-Organisation der Luftfahrt-Industrie, IATA, ist auch federführend in der betreffenden UN-Organisation, ICAO.
- Climate Debt: Wiedergutmachung der Klimaschulden nach dem Verursacherprinzip zugunsten der vom Klimawandel Betroffenen
- Sektoraler Ansatz: Der Lösungsvorschlag einer Zahlungspflicht für international operierende Transport-Unternehmen in einen UN-Fond zieht erstmals direkt Konzerne zur Verantwortung. Das Kyoto-Protokoll verfolgt bisher nur einen nationalen Ansatz, d.h. Treibhausgas-Emissionen werden nach Ländern erfasst.
ROBIN WOOD fordert, dass Transportunternehmen für ihre Treibhausgas-Emissionen zahlen. Das Geld soll an einen internationalen Fond des Klimaabkommens gehen, aus dem Klimaschutzprojekte in wenig industrialisierten Ländern finanziert werden.

