ROBIN WOOD-Positionspapier (pdf) zu Carbon Dioxide Capture and Storage (CCS)

Aktiv gegen CO2-Endlager

Übersichtsseite CCS-Protest

http://ccs-protest.de/

außerdem:

Bürgerinitiative im Landkreis Oder-Spree (LOS)

CO2 Endlager Stoppen  e.V.

Bürgerinitiative im Landkreis Märkisch-Oderland (MOL)

Bürgerinitiative CO2ntraEndlager

Bürgerinitiative in der Altmark (Sachsen-Anhalt)

Kein CO2-Endlager Altmark 

Bürgerinitiative in Nordfriesland (Schleswig-Holstein)

Kein-CO2-endlager.de

Saubere Kohle wird es nicht geben!

ROBIN WOOD lehnt die Abscheidung und „Endlagerung“ von Kohlenstoffdioxidemissionen (CO2) aus der Verbrennung fossiler Energieträger ab. Kohleverstromung an sich ist ein antikes Verfahren und Kraftwerke haben ohne Kohlenstoffdioxid-Abscheidung einen Wirkungsgrad von nur ca. 40%. Die Abscheidung und der Transport von CO2 verbrauchen unnötig viel „Primärenergie“ und senken den Gesamtwirkungsgrad auf nur noch ca. 32% herab. Des weiteren birgt die sogenannte „Endlagerung“ des Kohlendioxids hohe und unverantwortbare Risiken für Mensch und Umwelt.  Zusätzlich behindert die Technologie den Ausbau erneuerbarer Energien und versucht die bestehenden intransparenten und undemokratischen Strukturen der vier Stromkonzerne zu manifestieren.

ROBIN WOOD lehnt die CCS-Technologie aus folgenden Gründen ab:

Die CCS-Technologie ist ein völlig falscher Technologiepfad

Es ist ein Paradoxon an sich, auf eine kohlenstofffreie Energieversorgung zu setzen und dabei Kohlenstoff zu verwenden. Mit CCS wird der Technologiepfad der kohlebefeuerten Kraftwerke vorangetrieben anstatt auf eine kohlenstofffreie Energiegewinnung zu setzen. Es geht also nicht um die Vermeidung von CO2 sondern nur um die Verhinderung einer Freisetzung in die Atmosphäre. Die Herausforderung wird also nur technik- und nicht problemorientiert diskutiert.

CO2-Abscheidung bedeutet einen erheblichen Energieaufwand

Alle CO2–Abscheidungstechnologien (Post-Combustion, Pre-Combustion bzw. Oxyfuel) benötigen sehr viel Energie und reduzieren damit den Wirkungsgrad der fossilen Kraftwerke um bis zu 15 Prozentpunkte. Damit kann nur ca. 34% der Primärenergie genutzt werden. Der Energieaufwand des notwendigen Transports reduziert den Wirkungsgrad nochmals um 2 bis 4 Prozentpunkte auf den Gesamtwirkungsgrad von 32%. Dies bedeutet bei gleich bleibender Kraftwerksleistung einen bis zu 40% höheren Brennstoffbedarf. Das steht dem obersten Ziel einer kohlenstoffarmen Energiegewinnung diametral entgegen. Dieser Teufelskreis muss verhindert werden.

CCS-Technologie ist noch im vorindustriellen Status

Die CCS-Technologie befindet sich erst in der Entwicklung und ist – wenn überhaupt - frühestens 2030 industriell nutzbar. Zu diesem Zeitpunkt werden jetzt neu gebaute Kraftwerke aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr nachgerüstet. Selbst wenn diese Technik einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte, käme sie zu spät. 2030 sind die Technologien der Stromerzeugung aus alternativen Energien so weit fortgeschritten, dass die Stromerzeugungsskosten deutlich unter denen der CCS-Kraftwerke liegen. Investitionen in die dann 20 Jahre alten fossilen CCS-Großkraftwerke lohnen sich aus ökonomischen Gesichtspunkten schon deshalb nicht mehr und führen
daher in eine wirtschaftliche Sackgasse.

CCS-Kraftwerke blockieren den Ausbau der erneuerbaren Energien

Kohlekraftwerke stehen im Systemkonflikt mit den erneuerbaren Energien. Bis spätestens 2050 kann Deutschland komplett auf regenerative Energien umgestellt sein. Dazu werden dezentrale und flexible Kraftwerke benötigt, um die fluktuierende Energieeinspeisung der erneuerbaren Energien zu ergänzen. Kohlekraftwerke werfen eine hohe Grundlast ab, verstopfen damit die Netze und können kaum geregelt werden. Aus diesem Grund müssen heute schon gut regulierbare Windräder bei Stromüberschuss abgeschaltet werden.

CCS-Kohlekraftwerke benötigen bis 40% mehr Kohle

Für die Kohleverstromung – in diesem Zusammenhang wird CCS hauptsächlich diskutiert – sollen neue Braunkohle-Tagebaue erschlossen und damit wertvolle Natur, der Lebensraum für Mensch und Tier, unwiederbringlich weg gebaggert werden. Enteignung und Umsiedlung der Bevölkerung für Braunkohle-Tagebaue führen zu großen sozialen Problemen. Landschaftsverbrauch, Grundwasserversauerungen und Absenkungen des Grundwassers bringen das regionale Ökosystem aus dem Gleichgewicht und verändern die klimatischen Bedingungen in den betroffenen Gebieten nachhaltig.
Hinzu kommt, dass durch den CCS bedingten erhöhten Kohleabbau die Freisetzung des stark klimaschädlichen Methangases tagebaubedingt um ca. 30 bis 40 Prozent zunimmt.

Langzeit-Dichtheit der „Endlager“ kann nicht gewährleistet werden

Generell gibt es keine brauchbaren Konzepte um eine Langzeitdichtheit der CO2-Endlager zu gewährleisten. Alle wissenschaftlichen Studien gehen davon aus, dass es zumindest zu geringen Leckagen kommt (bis zu 1% pro Jahr). Damit ist die „Endlagerung“ als Klimaschutzmaßnahme absurd.
Das Kohlenstoffdioxid löst sich auch nicht - wie eine verbreitete Annahme besagt – im Formationswasser auf und wird dann im Karbonatgestein fixiert. Im Gegenteil würden durch die kohlesauren Lösungen die vorhandenen Karbonat-Minerale z.B. in sicherheitsrelevanten Deckschichten der „Endlager“ aufgelöst. Damit sind unkontrollierte Leckagen vorprogrammiert.
Nach bereits 30 Jahren soll die Verantwortung für die „Endlager“ das jeweilige Bundesland übernehmen. Die Energiekonzerne streichen nach altbekannter Manier die Gewinne ein und übertragen die unverantwortlichen Risiken auf die Gesellschaft.

CO2-„Endlager“ können zu Leckagen und seismologischen Aktivitäten führen

Aus den so genannten „Endlagern“ kann jederzeit CO2 austreten und Mensch sowie Umwelt gefährden. Durch die Injektion des CO2 mit hohem Druck ist der Weg des eingepressten Gases nicht vorhersehbar. Dies kann zu Leckagen in unvermuteten Regionen und/oder durch Druckverlagerungen zu seismologischen Aktivitäten bis hin zu Erdbeben führen. Bei einem Austritt sammelt sich das Klimagift CO2 in Senken und ist ab einem 8%igem Anteil in der Luft für Mensch und Tier tödlich.

Durch CCS droht das Grundwasser zu versalzen

Das CO2 soll in „salinare Aquifere“ eingepresst werden. Dies sind offenporige Gesteinsformationen mit hochkonzentriertem Salzwasser. Durch den hohen Druck wird das Salzwasser verdrängt und kann in darüber liegende Grundwasser führende Schichten gelangen. Dadurch wird das Trinkwasser versalzen und ungenießbar.

CO2-„Endlagerung“ verhindert andere zukünftig mögliche Nutzungen

Die für die „Endlagerung“ geeigneten geologischen Formationen können ebenso für andere zukünftige Nutzungen relevant sein.  Vorbehaltlich unabhängiger Umwelt- und Sicherheitsprüfungen wäre hier z.B. die Nutzung der Geothermie als eine Form der alternativen Energiegewinnung zu nennen. Ebenso könnte z.B. die zu prüfende Druckluftspeicherung in der Tiefe eine Möglichkeit sein. Bei diesem Verfahren wird aus dem regenerativen Überschussstrom Druckluft erzeugt, unterirdisch eingelagert und könnte später bei Bedarf wiederum zu Strom umgewandelt werden. Die gefährliche und unsinnige „Endlagerung“ von Kohlendioxid würde hier Möglichkeiten zum verbesserten Einsatz Erneuerbarer Energie blockieren.


Weiterführende Literatur und Links:


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