Die Katastrophe von Harrisburg
Folgender Artikel anläßlich des 20. Jahrestags aus der Monatszeitung ak - analyse und kritik liefert Hintergründe (PDF) über den unmittelbaren Verlauf der Katastrophe.
30. Jahre nach dem GAU im AKW Three Mile Island
Vor nun 30 Jahren, am 28. März 1979 kam es im Reaktor 2 des Atomkraftwerkes Three Mile Island nahe Pennsylvanias Hauptstadt Harrisburg durch technische Pannen gekoppelt mit menschlichem Versagen zum GAU (größter anzunehmender Unfall). Tagelang drohte der Reaktor völlig außer Kontrolle zu geraten und nur mit viel Glück gelang es der Bedienmannschaft, das Bersten des Reaktors zu verhindern. Dennoch schmolzen Teile des Kernbrennstoffs im Reaktor und erhebliche Mengen an Radioaktivität gelangten an die Umwelt. Mindestens 30 Mitarbeiter starben an Krebs als Folge der austretenden Radioaktivität.
Die Schäden am AKW waren so schwer, dass erst nach elf Jahren ein Bergungsteam den Kernbrennstoff und kontaminiertes Inventar aus dem zerstörten Reaktor bergen konnte.
Dennoch war und ist die radioaktive Strahlung um den Atommeiler bis heute erhöht, da stetig geringe Mengen Radioaktivität in den Susquehanna River gelangen:
"According to Three Mile Island Alert, almost 30 years after the accident, "TMI Unit 2 periodically releases small amounts of radiation to the Susquehanna River. It is uncertain how much uranium and other radioisotopes remain inside". (www.morrillmajority.org/blog3/2008/03/march_28_1979_three_mile_islan.html)
Tatsächlich belegten Studien des National Institutes of Health, dass die bei dem Unfall ausgetretene radioaktive Strahlung sehr viel höher, war als zu Anfang angenommen bzw. angegeben. Laut Dr. Wing vom National Institute for Health ist noch heute in der Umgebung des Reaktors eine ungewöhnlich hohe Leukämierate festzustellen. (www.morrillmajority.org/blog3/2008/03/march_28_1979_three_mile_islan.html)
Doch Klagen auf Schadensersatz hatten keinen Erfolg. 1996 lehnten die zuständigen Gerichte die rund 2.000 Bevölkerungsklagen auf Schadensersatz ab, da es angeblich keine Zusammenhänge zwischen dem Unfall und den späteren Erkrankungen gab.
Die Bürgerbewegung Three Mile Island Alert (TMIA) kämpft bis heute für Entschädigungen und eine bessere Aufklärung seitens der Regierung. Die Betreiber zahlten knapp 50 Millionen Dollar Schadensersatz, bestreiten aber bis heute den Zusammenhang zwischen der ausgetretenen Radioaktivität und den auftretenden Krankheiten. (www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=4308) So erhielt die Familie Hocker einen Betrag von 20.000 Dollar, weil deren Pfirsichbäume nach dem Störfall abstarben.
Die ursprünglichen Pläne der Betreiber von TMI sahen vor, den Reaktor 2 wieder in Betrieb zu nehmen. Doch der durch die Kernschmelze zu zweidritteln zerstörte Reaktor war nicht mehr instand zu setzten.
Unter heftigen Protesten ging der Reaktor 1 von Three Mile Island (TMI) 1985 wieder ans Netz. Frühere Planungen sahen vor, dass der Block 1 von TMI 2014 endgültig vom Netz gehen sollte. Inzwischen hat die Betreiberfirma Exelon angekündigt, mehrere 100 Millionen US Dollar in das Atomkraftwerk zu investieren, um die Laufzeit um 20 Jahre verlängern zu können.
Seit der Katastrophe in Harrisburg ist in den USA kein neues Atomkraftwerk in Auftrag gegeben worden. Allerdings hat die Atomlobby der USA angekündigt, mehr als 24 neue Atommeiler bauen zu wollen. Das entscheidende Problem - die Finanzierung der teuren Atomkraftwerke - ist jedoch noch nicht geklärt. ( www.zeit.de/online/2009/04/atomkraft-amerika und www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=89169837)
Links/Quellen:
www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=891168810
www.morrillmajority.org/blog3/2008/03/march_28_1979_three_mile_islan.html
www.mgb-home.net/Pennsykvania.htmlwww.greenpeace-magazin.de/index.php?id=4308
www.gorleben-soll-leben.de/material/downloads/unfaelleinakw.doc
www.zeit.de/online/2009/04/atomkraft-amerika

