Braunkohle kontra Klimaschutz
Die EU ist mit 1 Mrd. Tonnen der drittgrößte Kohlendioxid-Emittent der Welt. Allein Deutschland ist für ein Viertel der gesamten Treibhausgase in der EU verantwortlich. Ein Drittel davon stammt aus dem Kraftwerkssektor. Die RWE (Rheinbraun AG Nordrhein-Westfalen) ist mit einem Anteil von 12 % der deutschen Emissionen der größte Einzelemittent.
Die von der Bundesregierung ursprünglich einmal im Rahmen des Kyoto-Protokolls angestrebte Kohlendioxid-Reduzierung um 25 % bis zum Jahr 2005 (bezogen auf das Jahr 1990) ist heute nicht mehr möglich. Im Gegenteil: Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass die CO2-Emissionen aus Kraftwerksanlagen bis zum Jahr 2007 nahezu unverändert hoch bleiben werden. Und bis zum Jahr 2012 sollen sie lediglich um 2 % gesenkt werden.
Was sind die Folgen?
Die durchschnittlichen Temperaturen steigen an. Die Polkappen schmelzen, Gletscher bilden sich zurück, Böden trocknen aus, landwirtschaftliche Erträge gehen zurück. Hitzewellen und Flutkatastrophen beherrschen jedes Jahr aufs Neue die Nachrichten. Konkret: Wenn das Grönlandeis abschmelzen würde, was bei einer Klimaerwärmung von „bloß“ 2,3 °C passieren könnte, würde das einen Anstieg des Meeresspiegels von sechs Metern bedeuten. 500 Millionen Menschen in den Küstenregionen würden obdachlos. (Fotos rechts: Michael Diek)
Weit drastischere Auswirkungen des globalen Klimawandels werden in dem möglichen Verlagern oder Versiegen des Golfstromes gesehen. Eine vom Menschen gemachte Eiszeit wäre die Folge.
Mitverantwortlich für den Klimawandel ist die zunehmende Braunkohleverstromung. Die Energiekonzerne Vattenfall Europe und RWE – beide führende Energiekonzerne – setzen dennoch auf neue moderne Braunkohlekraftwerke. Doch auch wenn der Ausstoß klimaschädlichen Kohlendioxids in diesen „neuen“ Kraftwerken „nur“ 750 Gramm pro Kilowattstunde Strom beträgt, werden Braunkohlekraftwerke immer „Dreckschleudern“ bleiben. Zum Vergleich: Modernde Gaskraftwerke emittieren 370 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde Strom, die Windkraft gehört mit 11 Gramm CO2 pro Kilowattstunde zu den klimafreundlichsten Energieträgern.
Die Gewinnung der Braunkohle im Tagebau zerstört die Umwelt auch unmittelbar. Neben Zwangsumsiedlungen tausender Menschen, werden alte Siedlungsstrukturen vernichtet, Wälder und fruchtbarer Boden verschwinden. Wertvolle Naturlebensräume, manche sogar als „Fauna-Flora-Habitate“ von der EU strengstens geschützt, drohen den Baggern zum Opfer zu Fallen, so zum Beispiel das Lacomarer Teichgebiet in der Lausitz. Weitere Infos unter: www.lacoma.info
ROBIN WOOD-Positionspapier zu Carbon Dioxide Capture and Storage (CCS) (pdf, rd. 60 kB).
Weitere Informationen finden Sie auch in der Rede, die Alexa Keßler (Vorstandsmitglied von ROBIN WOOD) auf der Hauptversammlung von Vattenfall in Berlin hielt.

