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News

Pressemitteilung

19.11.2014, Kategorie: Energie

Kein Export von Atommüll aus Jülich!

ROBIN WOOD-AktivistInnen protestieren heute mit Bannern in Jülich und Bonn gegen die geplanten CASTOR-Transporte in die USA

Mit Bannern gegen die Atommüll-Verschieberei - ROBIN WOOD-Protest vor dem Forschungszentrum Jülich, 19.11.14 (Fotos: ROBIN WOOD)Bundesforschungsministerium in Bonn: Hier berät der Aufsichtsrat des FZ Jülich über den Atommüll-Export, 19.11.14

(Jülich/Bonn) AtomkraftgegnerInnen demonstrieren heute gegen den geplanten Export von Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich in die USA. Heute berät der Aufsichtsrat des Forschungszentrums Jülich ab 12:30 Uhr im Bundes-forschungsministerium in Bonn über die Pläne. Dorthin hatte der Aufsichtsrat wegen angekündigter Proteste seinen Sitzungsort verlegt. Ab Mittag werden auch vor dem Bonner Ministerium ROBIN WOOD-AktivistInnen zusammen mit Anti-Atom-Initiativen und weiteren Umweltverbänden protestieren.

Bereits am Morgen hatten ROBIN WOOD-AktivistInnen vor dem Forschungszentrum in Jülich am Boden und zwischen Bäumen Transparente gespannt mit den Aufschriften: „Castor stoppen“ und „Auf Schiene, auf Straße, im Hafen und Meer – Atomtransporte stoppen, wir stellen uns quer!“. Sie kündigen damit an, dass sie nicht tatenlos zusehen werden, falls die Pläne umgesetzt werden und die Transporte tatsächlich losgehen.

Das Forschungszentrum Jülich plant, 152 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll – aufgeteilt auf 38 CASTOR-Transporte – in die USA zu schaffen. Die Transporte sollen mit von Jülich aus mit jeweils vier LKWs zunächst zu einem Hafen – möglicherweise in Nordenham – und von dort zum US-Hafen Charleston verschifft werden. Dort sollen sie erneut umgeladen und weiter per Bahn zur schmutzigen „Wiederaufarbeitung“ im militärischen Atomkomplex Savannah River Site gebracht werden.

ROBIN WOOD hält dies für rechtswidrig und unverantwortlich. Transporte von Atommüll in die sogenannte Wiederaufarbeitung sind wegen der hohen Emissionen im Atomgesetz seit Mitte 2005 verboten.

Außerdem verstößt das Forschungszentrum damit gegen den eigenen Forschungsauftrag, Atommüll sicher zu lagern. Denn die Tanks, in denen die hochradioaktive Atomsuppe aus der Anlage in Savannah River Site gelagert werden soll, stammen aus den fünfziger Jahren und sind zum Teil inzwischen leck. Auch gibt es in den USA kein Endlager, so dass von einer sicheren Lagerung keine Rede sein kann.

Mit den Transporten entsteht ein zusätzliches Unfallrisiko und mit der sogenannten Wiederaufarbeitung in den USA neuer hochradioaktiver, flüssiger Atommüll.

„Das Forschungszentrum Jülich betreibt Grundlagenforschung dazu, wie Atommüll sicher zu lagern ist. Als Verursacher des Mülls sollte es sich seiner Verantwortung stellen, anstatt Probleme zu verdrängen, zu vergrößern und auf andere abzuwälzen“, fordert ROBIN WOOD-Energiereferent Tobias Darge.

Kontakt:

Vor Ort: Tobias Darge, Energiereferent, Tel. 0176 / 242 49815, energie(at)robinwood.de

Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse(at)robinwood.de

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Mehr Infos:

www.robinwood.de/energie

Kampagne "Atommüll-Alarm! Tatort Deutschland"