Plakatserie zu Tschernobyl
Das Verbändenetzwerk „Tschernobyl + 20“ hat 10 DIN A2-Plakate entwickelt, die die wichtigsten Argumente gegen Atomenergie präsentieren und besonders für den Schulunterricht und Ähnliches geeignet sind.
Hier können Sie die Plakate anschauen oder herunterladen (pdf-Datei, 1,3 MB)
Sie können die Plakate auch bestellen. Eine Plakatserie kostet inklusive Versand 20 EUR. Bitte genaue Adresse angeben. Die Lieferung folgt mit Rechnung.
Netzwerk Friedenskooperative
Tel.: 0228/692904, Fax: 0228/692906, Mail: friekoop(at)bonn.comlink.org
Kurzfilm über die Katastrophe
„zeitfilm Hamburg“ hat einen 12-minütigen Film über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl produziert, der Interviews und Originalbilder zeigt.
Der Film ist erhältlich bei:
zeitfilm Hamburg, Tel. 040/ 41 46 99-40, eMail: mail(at)zeitfilm.de

- Foto: Elena Filatova, www.elenafilatova.com
Tschernobyl: Eine allgegenwärtige Katastrophe
Auch 20 Jahre nach dem Super-GAU von Tschernobyl ist kein Ende der Katastrophe absehbar. Dass es bisher keine weiteren größeren AKW-Unfälle gegeben hat, ist unser aller Glück.
Am 26. April 1986 zerriss nahe der ukrainischen Stadt Pripjat eine mächtige Explosion den Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Radioaktive Teile wurden 1.000 Meter hoch in die Luft geschleudert, das Feuer im Reaktor breitete sich schnell aus. Eine radioaktive Wolke zog Richtung Schweden und hatte am 27. April das Nordkap erreicht. Aus Schweden kamen auch die ersten Meldungen über erhöhte Radioaktivitätswerte in der Luft. Nach mehrmaligen Nachfragen bestätigte die Regierung in Moskau am 28. April 1986 den Super-GAU in einem ukrainischen Atomkraftwerk. In der direkten Umgebung des Reaktors kam die Evakuierung der Menschen nur schleppend in Gang: Erst nach 10 Tagen hatten alle Menschen im Umkreis von 30 Kilometern ihre Häuser verlassen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bereits eine radioaktive Wolke über Europa ausgebreitet. In der Bundesrepublik wurde radioaktives Gemüse beschlagnahmt. Eltern wurden aufgefordert, ihre Kinder nicht draußen spielen zu lassen: Das „Draußen“ und die Natur wurden zum „Feind“, der die Gesundheit bedroht.
Die Bilanz 20 Jahren nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist erschreckend: Durch den Super-GAU wurde in der ehemaligen Sowjetunion ein Gebiet von rund 150.000 Quadratkilometern radioaktiv verseucht, eine Fläche doppelt so groß wie das Bundesland Bayern. In diesem Gebiet, das sich über die heutige Ukraine, Weißrussland und Russland erstreckt wurden über 1 Millionen Menschen evakuiert. Die Anzahl derjenigen, die an den Folgen der Katastrophe starben, ist unbekannt. Schätzungen reichen von einigen Tausend bis 300.000 Toten. Doch nicht nur in den ehemaligen Sowjetrepubliken sind die Folgen der Reaktorkatastrophe verheerend, auch in anderen Teilen Europas ist die radioaktive Verstrahlung noch heute allgegenwärtig.
Dass es seit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl keine weiteren Unfälle mit Kernschmelzen gegeben hat, ist reines Glück. Erst im Dezember 2001 war es im AKW Brunsbüttel zu einer schweren Wasserstoffexplosion in unmittelbarer Nähe des Reaktordruckbehälters gekommen. Gerade die älteren deutschen Atomkraftwerke Biblis A und Biblis B, Neckarwestheim 1 und Brunsbüttel weisen schwere Sicherheitsmängel auf.
Tschernobyl hat uns die Gefahren der Risikotechnologie Atomkraft mehr als deutlich vor Augen geführt. Dennoch üben die vier großen Energieunternehmen E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW derzeit massiven Druck auf die Regierung aus, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern und sich von den gesetzlich festgelegten Laufzeiten zu verabschieden. EnBW hat bereits angekündigt, für Neckarwestheim 1 eine Nutzungsverlängerung zu beantragen.
Auf diese Weise soll mit alten, abgeschriebenen Atommeilern noch möglichst viel Geld verdient werden. Mancher Politiker oder Wirtschaftsmanager träumt sogar von einer Renaissance der Atomkraft und verkauft die Atomenergie als Antwort auf den Klimawandel, drohende Versorgungsengpässe und steigende Strompreise.
Auf diese PR-Kampagne der Atomlobby müssen wir reagieren und deutlich machen: Atomenergie ist und bleibt die gefährlichste Art Strom zu erzeugen. Rund um den 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl werden in ganz Europa Info-Veranstaltungen, Benefiz-Konzerte und Gedenk-Gottesdienste stattfinden. Eine Gelegenheit an die Opfer der Katastrophe zu erinnern und nochmals deutlich auf die Gefahren der Atomenergie hinzuweisen.
Bettina Dannheim war Energiereferentin bei ROBIN WOOD

