In den Waldböden tickt eine Zeitbombe

Die erste und bislang letzte bundesweite Bodenzustandserhebung im Wald wurde 1997 veröffentlicht.

Die wesentlichen Ergebnisse dieser Erhebung sind:

  • Eine merkliche Bodenversauerung durch Schadstoffeinträge wurde flächendeckend festgestellt. Lediglich Kalkstein- und Mergelböden sind davon noch nicht betroffen.
  • Auf 68 Prozent der Flächen besteht infolge dieser Versauerung für die Vegetation ein sehr starkes (23 %) bzw. starkes (45 %) Schädigungsrisiko im Wurzelbereich. Auf weiteren 23 Prozent der Waldstandorte besteht die Gefahr, dass säureempfindliche Pflanzenarten aussterben.
  • Der Humus ist auf 38 Prozent der Waldstandorte mit Kupfer und auf 25 Prozent mit Blei belastet. Die Konzentrationen dieser Schwermetalle liegen dort im potentiell toxischen Bereich.
  • Der Stickstoffeintrag in die Wälder (Stickoxide/NOx und Ammoniak/NH3) überlagert flächendeckend die natürlichen Stickstoffverhältnisse in den Waldböden. Besonders in Norddeutschland ist diese Stickstoffüberernährung auch in den Blättern und Nadeln der Waldbäume deutlich nachweisbar.
  • Die Schwefelgehalte in den Blättern und Nadeln von Buchen und Kiefern waren auf sämtlichen Untersuchungsstandorten eindeutig durch den Eintrag von Schwefeldioxid erhöht.
  • Eine Gefährdung des Grund- und Quellwassers kann auf vielen Waldstandorten nicht mehr ausgeschlossen werden.


Dr. Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD: "Diese ausführliche Bodenzustanderhebung macht deutlich, dass die jährliche Waldschadenserhebung die Situation in unseren Wäldern immer noch zu positiv darstellt. In den Waldböden tickt eine Zeitbombe! Es ist nun allerdings höchste Zeit, dass aktuelle Daten über den Bodenzustand veröffentlicht werden."