Weizenfeld #foodnotfuel

Kein Essen in den Tank!

Faktencheck entlarvt Mythen der Agrosprit-Lobby

14. Juli 2022
Mobilität
Tropenwald
Fenna Otten
Tropenwaldreferentin
Blog

Ein Faktencheck von Deutscher Umwelthilfe (DUH), foodwatch, Greenpeace, NABU, Transport & Environment (T&E) und ROBIN WOOD widerlegt den Mythos, der Einsatz von Agrokraftstoff sei vereinbar mit Klimaschutz und Nahrungsmittelsicherheit und würde unsere Abhängigkeit von Russland mindern. Der Anlass zur Veröffentlichung dieses Faktenchecks sind aktuelle Versuche von Industrieverbänden, mit irreführenden oder schlichtweg falschen Aussagen den vom Umweltministerium angekündigten Ausstieg aus Agrokraftstoff zu verhindern.

Der Ausstieg ist jedoch dringend überfällig: Mit der Getreidemenge, die in Deutschland zu Agrosprit verarbeitet und Benzin beigemischt wird, könnten etwa 16 Millionen Menschen pro Jahr mit einer täglichen Hilfsration Getreide versorgt werden. Außerdem würde mehr Spielraum bei der Flächennutzung geschaffen, beispielsweise für den Anbau dringend notwendiger Nahrungsmittel oder schlichtweg für Naturschutzmaßnahmen, die tatsächlich Klimakrise und Artensterben entgegenwirken würden.

Denn was vor über zehn Jahren als vermeintliche Klimaschutzmaßnahme initiiert wurde, ist längst als Scheinlösung mit gravierenden Nebenwirkungen für Nahrungsmittelsicherheit, Klima und Biodiversität enttarnt. Agrokraftstoffe verlängern außerdem das überfällige Aus für Verbrennermotoren. Trotzdem wärmt die Agrokraftstoffindustrie immer wieder ihre Mythen auf, damit der Einsatz von Raps, Weizen, Mais und Co. in Autotanks weiter staatlich gefördert wird.

Tatsächlich landen jedoch täglich (!) Weizen für etwa 15 Millionen Laibe Brot und etwa 19 Millionen Flaschen Raps- und Sonnenblumenöl in Europas Fahrzeugtanks. Damit tragen Agrokraftstoffe zur globalen Nahrungsmittelknappheit und dem dramatischen Anstieg der Lebensmittelpreise bei.

Wir fordern die Bundesregierung auf, den angekündigten Ausstieg vollständig und mit sofortiger Wirkung umzusetzen. Insbesondere die FDP muss auf den Boden der Tatsachen zurückkehren und darf den erwarteten Vorschlag aus dem Umweltministerium nicht blockieren.

Mit Steffi Lemke, Cem Özdemir und Svenja Schulze haben sich bereits zwei Bundesministerinnen und ein Bundesminister dafür ausgesprochen, die Verschwendung von Essen in Autotanks zu beenden.

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