Logbucheintrag 11. Tag: Regentörn von Sassnitz nach Gager

07. September 2017
Robin Wood
Verschiedenes
Bild
Bild
Bild
Blog

Logbucheintrag: Regentourn von Sassnitz nach Gager

Schon seit 12 Tagen ist das Traditionssegelschiff Lovis mit uns Aktivist*innen von RobinWood unterwegs und hält auch nach der gestrigen Aktion unserem Tatendrang stand. Kaum verschnauft, bauten wir, vom ströhmenden Regen nicht abgeschreckt, das reparierte Großsegel wieder an und waren damit startklar für einen weiteren Segeltag auf der Ostsee. Es ist schon spannend zu sehen und gemeinsam mit der Lovis-Crew zu lernen, wie das Schiff mit all seinen Segel aufgebaut und durchdacht ist.

Raus aufs Meer, rein in den Wind – das war das Motto bei der Abreise. Der Wind war stark, so stark, dass wir die Segel verkürzen mussten, um das Schiff gut kontrollieren zu können. Das forderte nochmal alle mit anzupacken und Knoten an den richtigen Stellen zu setzen. Bei Regen sind die Segel ein wenig schwerer, der Boden rutschiger und die Taue lassen sich schwerer fest machen – doch mit Ausdauer und Teamgeist konnten wir auch diese Aufgabe meistern.

Mit fast 8 Knoten legten wir schließlich ein gutes Stück Strecke zurück und kamen unserem Tagesziel, den Hafen von „Gager“ näher. Mit der Zeit wurde auch alles entspannter: Wir gewöhnten uns ans Regen-Wetter und Seegang und so machten es sich zwischendurch auch ein paar Leute im Netz des Schiffsbug bequem. Der Segeltourn dient ja nicht nur zum Spaß und für Aktionen, sondern auch zur Vernetzung verschiedener Regionalgruppen von RoWo, die hier auf sehr engen Raum auch nicht ausbleibt.

Doch dann kam auch schon eine neue Ansage vom Skipper, der den Kurs stets im Auge behielt. Einige Schiffe kreuzten unseren Weg, der Meeresboden kam etwas näher und wir wollten einen neuen Kurs fahren, um den gedrehten Wind zu nutzen. So wurde ein weiteres Segel hochgezogen, dann eine sogenannte Wende eingeleitet. Unser Manöver verlief recht erfolgreich und auch mit dem Wind hatten wir heute sehr viel Glück. Erst als der Hafen schon in Sichtweite war, haben wir die Segel geborgen und stellten den Schokoladen- und Apfelkuchen, den eine kleine Gruppe von Leuten bei extremer Schieflage gebacken hatte, auf den Tisch. Jetzt war der Seegang aber ruhig und wir liefen entspannt in den Hafen ein, legten an und stellten das Abendbrot auf den Tisch. Nun ist auch der 12. Tag vorbei und fast alle liegen bereits erschöpft in ihren Kojen.