Schlachtanlagenausbau in Königs Wusterhausen

Noch bis zum 6. März 2017 Einwendungen schreiben!

13. Februar 2017
Wald und Tierproduktion
Jannis Pfendtner
Waldreferent
Blog

In Königs Wusterhausen steht eine Geflügelschlachtanlage. Zurzeit werden dort rund 120.000 Tiere pro Tag geschlachtet. Doch nun plant die Lohmann & Co. Aktiengesellschaft – besser bekannt als Wiesenhof – diesen auszubauen. Verschiedenen Zahlen zufolge werden dann zwischen 160.000 und 240.000 Tiere pro Tag geschlachtet werden können.  Dieser Ausbau ist nicht nur aus tierethischer Sicht verwerflich, sondern auch aus Sicht des Klima- und Naturschutzes und muss verhindert werden! Bis zum 6.3.2017 kann jeder Mensch mit deutschem Pass eine Einwendung gegen den Ausbau schreiben und damit ein Zeichen gegen das irrsinnige Projekt setzen.

Warum die Erweiterung schädlich ist…

Um die nach dem Ausbau neu entstandenen Schlachtkapazitäten nutzen zu können werden weitere Geflügelmastanlagen nötig sein.  Dem Trend folgend ist zu erwarten, dass diese Tiere in riesigen Mastanlagen dicht an dicht und in kürzester Zeit gemästet werden, um schnellstmöglich billigstes Fleisch in die Warentheken zu bringen. (Hier zum Fleischatlas der BOELL Stiftung)

Doch die Tierproduktion muss auch aus Klima- und Naturschutzgründen drastisch reduziert werden.

Ein Beispiel: Gülle aus der Tierproduktion enthält leicht löslichen Stickstoff, der über die Böden in Grundwasser und Flüsse gelangt und Gewässer, Böden und Wälder schädigt. Auch unser Trinkwasser wird dadurch versauert und zunehmend ungenießbar. Die Nitratwerte in unserem Trinkwasser sind sogar so hoch, dass die EU-Kommission Deutschland gerade deshalb verklagt.

Weitere Beispiele könnt ihr dem Demoaufruf von ROBIN WOOD zur EuroTier-Messe in Hannover auf unserer Website entnehmen!

Wer alles gegen die Erweiterung aktiv ist…

Bisher gab es Protest aus der Bürgerinitiative „König Wusterhausen stinkt‘s“, von Naturschutzverbänden und vom Bündnis „Tierfabriken-Widerstand“. Ihnen ist es gelungen auf die Mängel im Planungsverfahren aufmerksam zu machen und den Erörterungstermin sowie die Einwendefrist nach hinten zu schieben. Auf ihren Webseiten wird Öffentlichkeitsarbeit gemacht und im November fand eine Demo in Königs Wusterhausen statt. Auch ROBIN WOOD war bei der Demo dabei und möchte den Widerstand weiterhin unterstützen.

…und wie wir die Erweiterung stoppen können!

Noch bis zum 20.02.2017 liegen die Unterlagen in Cottbus und Königs Wusterhausen aus. Bis zum 06.03.2017 können Einwendungen geschrieben werden. Hierzu gibt es eine Mustereinwendung, die nur unterschrieben und abgesendet werden muss. Wer selbst eine formulieren möchte, kann ein Formular des Landesamtes für Umwelt mit den jeweiligen Punkten ausfüllen (siehe unten). Am 30.03.2017 ist der Erörterungstermin in Königs Wusterhausen, bei dem die Einwendungen angehört werden. ROBIN WOOD wird vor Ort sein und wir freuen uns, wenn auch du kommst! Gerne könnt ihr auch in unserer  Arbeitsgruppe Wald und Tierprodukion mitmachen oder sie unterstützen. Schreibt hierzu eine Mail an wald(at)robinwood.de.