Besser für's Klima

Bahn für Alle fordert von DB europäisches Nachtzugnetz anstelle des exklusiven Sonderzuges zum Klimagipfel in Paris

25. November 2015
Mobilität
Pressemitteilung vom Bündnis „Bahn für Alle“
Pressemitteilung

Am nächsten Samstag, 28.11., inszeniert die Deutsche Bahn AG am Berliner Hauptbahnhof die Abfahrt eines Sonderzuges mit 350 geladenen Gästen zum Klimagipfel in Paris. Erst vor knapp einem Jahr hat die DB viele Nachtzugverbindungen in die europäischen Nachbarländer gestrichen, auch zwischen Berlin und Paris. „Nachtzüge sind die umweltfreundliche Alternative zum extrem klimaschädlichen Flugverkehr“, sagt Monika Lege, Verkehrsreferentin der Umweltschutzorganisation Robin Wood und Bündnis Bahn für Alle. „Die DB AG wirbt mit Ökostrom, aber ein Eisenbahnunternehmen schützt das Klima am effektivsten mit einem gut funktionierenden Netz und fairen Preisen.“

Die DB hat 2014 trotz hoher Nachfrage viele Nachtzug-Verbindungen gestrichen: von Berlin, Hamburg und München nach Paris, von Berlin nach Amsterdam und von Amsterdam, Basel und Prag nach Kopenhagen. In zwei Wochen wird die Nachtzug-Verbindung zwischen Berlin und München entfallen. Das Netz ist zerstört, übrig bleibt ein Korridor von Nord nach Süd.

Ein gutes Nachtzugangebot spart Reisenden viel Zeit und die Kosten einer Hotelübernachtung. Es hat zusätzlich  ein großes Potenzial für den Klimaschutz: Auf weiten Reisen macht die Bahn nur mit regulären Nachtzügen dem Flugzeug Konkurrenz. „Innerhalb Europas muss die DB ein Angebot für Fahrgäste machen, die auf ihre persönliche CO2-Bilanz achten“, fordert Lege. „Denn Flugverkehr ist die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgas-Emissionen.“ Seit 1990 sind die CO2-Emissionen des von Deutschland ausgehenden Flugverkehrs um 114 Prozent gestiegen. Der Kerosinverbrauch bei innerdeutschen Flügen liegt im Durchschnitt bei 8 Litern/100 Passagierkilometern, bei Flügen ins Ausland bei 5 Litern/100 Passagierkilometern (NGO-Luftverkehrskonzept August 2015).

Wir freuen uns, dass die DB sich zum Klimagipfel als Vorreiter für den Umweltschutz präsentiert“ sagt Bernhard Knierim, Sprecher vom Bündnis Bahn für Alle und im europäischen Netzwerk „Back on Track“ engagiert. „Noch mehr würden wir uns freuen, wenn nicht nur an einem einzigen Tag ein einziger Zug von Berlin nach Paris geschickt würde, in dem nur die Regierungsdelegation und ihr mediales Gefolge Platz nehmen dürfen, sondern wenn jeden Abend ein Zug nach Paris fahren würde, in dem auch das gewöhnliche Volk reisen darf.“

Der Sonderzug der DB AG fährt am Samstag, 28.11., um 9:14 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof von Gleis 8 nach Paris. An Bord werden u.a. die Leiterin der deutschen Regierungsdelegation, Umweltministerin Barbara Hendricks, sowie der DB-Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube und Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla sein, seit Juli im DB-Vorstand.

Kontakt Bahn für Alle:

Monika Lege, Robin Wood und Bahn für Alle, Tel. 040-380 892-12, verkehr(at)robinwood.de

Dr. Bernhard Knierim, Netzwerk „Back on Track“ und Bahn für Alle, Tel. 0178-143 73 90, bernhard.knierim(at)bahn-fuer-alle.de

 

„Bahn für Alle“ setzt sich ein für eine bessere Bahn in öffentlicher Hand. Im Bündnis sind die folgenden 20 Organisationen aus Globalisierungskritik, Umweltschutz, politischen Jugendverbänden und Gewerkschaften vertreten: Attac, autofrei leben!, Bahn von unten, BUND, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz BBU, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Gemeingut in BürgerInnenhand, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Grüne Jugend, GRÜNE LIGA, IG Metall, Jusos in der SPD, Linksjugend Solid, NaturFreunde Deutschlands, ProBahn Berlin-Brandenburg, ROBIN WOOD, Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, Umkehr, VCD Brandenburg und ver.di.